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Rheinische Musikschule

Zum ersten Mal improvisiert

Zwölfjähriger Musikschüler berichtet über den Streicher-Workshop mit Sera Smolen

Eigentlich wusste ich nicht so recht, was mich erwartete. Und es war mir auch etwas mulmig: Musik spontan ohne Noten spielen? Es war mein erster Improvisations-Workshop – und dass ich überhaupt einmal freiwillig improvisieren würde, hätte ich mir vor Kurzem noch gar nicht vorstellen können. Aber das Angebot der Rheinischen Musikschule und einer tollen Cellistin aus den USA, die extra nach Köln kam, überzeugte mich schnell. Allerdings gab es eine Sache, die mich ein bisschen nachdenklich stimmte: Sie sprach nur Englisch. Und mein Englisch ist nicht gerade das beste. Aber es würde sicher jemanden geben, der mir das eine oder andere übersetzen könnte.

Fehler gibt es nicht
Insgesamt nahmen rund 30 Musiker teil, Schüler, Erwachsene und auch Musiklehrer. Es war alles so locker und entspannt, was mich sehr verwunderte. Sogar die Sitzordnung war frei, ich saß direkt neben meinem Geige spielenden Freund. Der erste Satz, den Sera Smolen sagte, war: »Danke, dass ihr mir auf Englisch zuhört.« Und dann folgte ihr einziger deutscher Satz: »Fehler gibt es nicht.« Na ja, dachte ich, dann kann ja nichts mehr schiefgehen.

Alle meine Sorgen lösten sich nach den ersten Minuten in Luft auf. Ihr Englisch war einfach und verständlich. Und das Improvisieren machte sogar richtig Spaß. Was mich überraschte war, dass alle Improvisationen gut klangen, obwohl jeder gerade spontan so spielte, wie er fühlte. Pausen wurden eingelegt, wenn jemand sie brauchte, und es war ein angenehmer Kreis.


Formen und Farben werden zu Musik
Zuerst haben wir Formen und Farben auf dem Cello oder auf der Geige selbst gestaltet … wie das geht? Sera Smolen zeigte uns einen Kunstfilm und wir spielten frei nach unserer Fantasie eine »passende« Begleitung dazu. Danach folgten Rhythmusspiele, bei denen jeder von uns einzeln einsetzte und so eine Art afrikanischer Rhythmussound entstand. Und dann sollten wir Musik zu einem Film erfinden, bei dem nicht gesprochen wurde: In »Red Balloon« fliegt ein magischer Luftballon einem kleinen Jungen hinterher, der ihm so manches Missgeschick bereitet … und ich durfte spielen, als die Luftballons in die Luft stiegen, aber schnell wieder auf den Boden zurückkehrten!


Im Nachhinein bin ich froh, dass ich mich dafür entschieden habe, mitzumachen. Denn so bin ich um eine große Erfahrung und den Spaß am Improvisieren reicher.

 

Valentin Reischert
Quelle: musikschulwelt.de